Donnerstag, 16. Januar 2014

Rezension: Kaja Evert - Flügel aus Asche

(c) Droemer Knaur
 Flügel aus Asche
 Autor: Kaja Evert
 erschienen Mai 2013
 Verlag: Droemer Knaur
 ISBN: 978-3-426-51196-1

Rashija ist eine außergewöhnliche Stadt. Zwar ist sie auf einem großen Felsen erbaut, dieser befindet sich jedoch nicht auf dem Erdboden, sondern er schwebt am Himmel, hoch über all den anderen Städten und Dörfern, die sich noch auf der Erde befinden. Die strengen Regeln sollen für Zucht und Ordnung sorgen, wer in der Hierarchie unten steht, hat es nicht besonders leicht. Adeen ist Schreiber an der Akademie und damit nicht besonders gut angesehen. Jeden Tag kämpft er darum, genug Geld zu verdienen, damit er sich ernähren kann und ist bemüht, den wiederkehrenden Schikanen der Magier so gut es geht aus dem Weg zu gehen. Als er dann allerdings auf eine Gruppe von Rebellen trifft, die wild entschlossen ist, sich gegen den Herrscher aufzulehnen, Kunstwerke zu erhalten und sich nicht länger unterdrücken zu lassen, ist Adeen sofort begeistert und schließt sich ihnen an. Zu diesem Zeitpunkt ahnt er jedoch nicht, welche großen Herausforderungen dadurch noch auf ihn warten.

Adeen, als einer der Protagonisten, ist ein interessanter Charakter. Er ist ein Mischling aus den Draquerin und Schreiber und schon allein deswegen mit Verachtung gestraft. Obwohl er sich bemüht, seine Arbeit gut und sorgfältig zu machen, gerät er immer wieder ins Visier der Magier, die ihren Ärger an jemandem auslassen wollen.
Im Verlauf des Buches entwickelt Adeen sich zweiter. Während er zu Beginn der Geschichte noch wenig selbstbewusst und eher mutlos ist, merkt er irgendwann, dass er doch Fähigkeiten hat, die ihn besonders machen. Er stellt sich tapfer den Herausforderungen, die auf ihn zukommen und denkt dabei stets nicht nur an sich selbst.
Die Kombination aus Magier, Draquer und dem relativ normalen Fußvolk hat mir gut gefallen. So wurden Realität und Fantasy-Welt zusammen gebracht und schön miteinander verwoben.
An einigen Stellen hätte ich gern noch ein wenig mehr von Adeen und den anderen Personen erfahren, da die Handlung jedoch meistens sehr temporeich voranschreitet, blieb dafür nicht immer ausreichend Zeit.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, die Handlung ist spannend gestaltet, immer wieder gibt es Überraschungen und Wendungen, mit denen ich so nicht gerechnet hätte. Die Protagonisten kommen allerdings kaum zur Ruhe. Immer wieder wartet ein neues Abenteuer auf sie, ein neuer Kampf, eine weitere Falle. Nie können sie sich sicher sein, dass ihnen keiner der Gegner gefolgt ist. Dadurch wirken die minimalen Erholungsphasen zwischendurch etwas arg kurz, um danach realistisch mit ausreichend Kraft weiter zu machen.
Spannung, Aktion, Kampf und das Ziel, die Ordnung, wie sie bisher war, zu zerstören stehen im Vordergrund. Als Leser bekommt man hauptsächlich den Einblick in die Welt der Rebellen, wodurch Fallen oder Angriffe, die die gegnerische Seite planen, einen unerwartet treffen. Neben den magischen und gewalttätigen Auseinandersetzungen werden zwischendurch auch gesellschaftliche Probleme wie Ausgrenzung, fehlende Toleranz und falsch ausgelegte Hierarchiebildung mit angesprochen. Das macht die Geschichte abwechslungsreich und bringt einen zum Nachdenken.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, besonders das Ende fand ich gelungen. Adeen hat gezeigt, dass man auch als verachteter, kleiner Schreiberling über sich hinauswachsen und großen erreichen kann. Wenn man nur fest an sich glaubt und die Kräfte weckt, die tief in einem schlummern.



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