Sonntag, 31. August 2014

Interview mit Thriller-Autorin Sasika Berwein


Saskia Berwein ist 1981 in der Nähe von Frankfurt am Main geboren worden. Und wer so nah bei einer der größten Buchmesse-Städte wohnt, der kann doch schon fast nicht anders, als selbst irgendwann zum Stift greifen und Geschichten zu schreiben. Ihr Thriller-Debüt "Todeszeichen" erschien 2013 und hat viele Leser sehr begeistert. Wir haben Saskia ein wenig  über ihre ersten beiden Bücher, das am 4. September erscheinende "Seelenweh" und ihre eigenen Lesegewohnheiten ausgefragt. Die vielen spannenden Antworten könnt ihr nun hier lesen!


Am 4. September erscheint nun schon der 3. Band deiner Thriller-Reihe "Ein Fall für Leitner & Grohmann". Wie würdest du jemandem, der deine Bücher nicht kennt, die Reihe in wenigen Sätzen/ Worten beschreiben?

Meine Bücher sind Thriller mit psychologischem Tiefgang und zwei sympathischen Ermittlern mit Ecken und Kanten. Die Geschichten erforschen die seelischen Abgründe der Menschen und sollen spannend unterhalten, ohne mit übertriebenen, blutigen Details aufzuwarten.


Die Bücher spielen im beschaulichen kleinen „Lemanshain“. Wie bist du auf diesen Ort gekommen und warum hast du dich dafür entschieden, das Geschehen nicht in der Großstadt anzusiedeln?

Todeszeichen
Erster Fall für Leitner und Grohmann

LYX, September 2013
978-3802589812
zur Rezension
Als die Idee zu „Todeszeichen“ aufkam und ich mich fragte, wo die Handlung spielen soll, dachte ich an eine Großstadt wie Frankfurt – und wusste sofort, dass es das nicht ist. Zum einen gibt es ja schon viele Romane und Reihen, die in der Main-Metropole spielen, zum anderen war mir bewusst, dass ich kein Lokal-Kolorit bedienen möchte. Jene, die in der Gegend wohnen, freuen sich dann zwar über die eine oder andere Begebenheit, die anderen können beispielweise mit einem Straßennamen nichts anfangen. Die Stadt einfach nur als Namen zu gebrauchen, empfand ich aber auch nicht als gute Lösung.
Ich entschied dann ziemlich bald aus dem Bauch heraus, eine kleine Stadt zu erfinden, die Handlung also in einem fiktiven Ort anzusiedeln. Das lässt der Phantasie der LeserInnen alle Möglichkeiten und mir die meisten Freiheiten. Es ist ungewöhnlich, das stimmt, doch hatte ich dabei auch das (ebenfalls erfundene) Grant County von Karin Slaughter im Hinterkopf. Ich mag ihre Grant-County-Reihe, sie zählt zu meinen Lieblingsautoren, in gewisser Weise ist Lemanshain auch eine Art Hommage an Karin Slaughter.



Jennifer und Oliver sind ein gutes und inzwischen eingespieltes Team. Sie verstehen sich auch persönlich sehr gut und viele Leser hoffen auf eine innigere, privatere Beziehung der beiden. Wirst du uns diesen Wunsch erfüllen?

Die beiden werden noch länger miteinander zu tun haben, ihre private Beziehung wird dadurch mit Sicherheit auch inniger, denn sie lernen sich ja auch immer besser kennen. Ob daraus eine Liebes-Beziehung erwächst, also ob die beiden irgendwann nicht nur ein Team und mehr als Freunde sein werden ... Wer weiß? ;-)


Zu den ersten beiden Büchern „Todeszeichen“ und „Herzenskälte“ gab es verschiedene Leserunden in denen viel diskutiert und spekuliert wurde. Gibt es besonderes Erinnerungen, besonders schöne Momente/spezielle Erlebnisse, die du aus den Runden mitnimmst?
Beeinflussen dich diese Gespräche und Diskussionen beim Weiterschreiben deiner Bücher?

Herzenskälte
Zweiter Fall für Leitner und Grohmann

LYX, Januar 2014
978-3802589829
zur Rezension
Allgemein empfand ich die Atmosphäre in den Leserunden warm, herzlich und inzwischen sogar fast freundschaftlich. Es entstand bei mir das Gefühl, dazu zu gehören, den Teilnehmern auf Augenhöhe zu begegnen. Gerade in der Leser-Welt haben wir auch unglaublich viel Offtopic miteinander gequatscht und diskutiert. Zu entdecken, welche Gemeinsamkeiten Menschen mit mir haben, die meine Bücher toll finden, oder auch im Speziellen, was die Menschen gut (oder eben auch schlecht) finden, ist immer wieder schön. Ich hoffe, dass es mir möglich sein wird, zu jedem Buch mindestens eine Leserunde zu begleiten.
Die Gespräche und Diskussionen beeinflussen mich insoweit, dass ich Kritik, die in Leserunden ja sehr detailliert (und auch überaus konstruktiv) bei mir ankommt, viel besser bewerten und auch annehmen kann, als es manch verallgemeinerten Aussagen in Rezensionen allein sind. Ich hinterfrage die Punkte, und nehme mit, was ich kann, um mich zu verbessern, auch wenn das sogar recht selten ein vollkommen bewusster Prozess ist. Mir fällt das erst später auf, manchmal erst in der nächsten Leserunde.
Die Begeisterung in den Leserunden für meine Charaktere und den weiteren Verlauf der Geschichte finde ich immer wieder besonders schön. Als Autor hat man ja ein paar feste Verlaufspunkte und Vorhaben schon für die nächsten Bände im Kopf und es ist schon eine coole Sache, wenn dann von Fans eben genau diese Verläufe so vorgeschlagen/diskutiert werden. Der ein oder andere wird beim Lesen von „Seelenweh“ stolz vermuten können, mich zu der ein oder anderen Entwicklung inspiriert zu haben, denn er/sie hatte Recht. :)


Sind noch weitere Bücher mit dem Ermittlerteam Jennifer und Oliver in Planung?

Ja, definitiv. Die Verträge für Band 4 und Band 5 habe ich vor Kurzem unterschrieben und bei Band 4 stecke ich mitten im Handlungsverlauf vorskizzieren. Bald geht es dann mit dem Schreiben los. :)


War es schon immer dein Wunsch, Thriller zu schreiben oder hast du auch schon Ausflüge in andere Genre unternommen – vielleicht ja in deinen Kurzgeschichten, mit denen bei dir das Schreiben anfing?


Seelenweh
Dritter Fall für Leitner und Grohmann

LYX, 4. September 2014
978-3802594045
Als Leser bin ich in die Horror-Literatur eingestiegen, und in diesem Genre waren auch meine ersten Geschichten angesiedelt. Der Übergang vom Vielleser zum Schreiben erscheint mir rückblickend als natürlich, auch schon in der Schule begeisterte mich das Ausdenken und Niederschreiben von eigenen Geschichten. Zum Horror kam dann noch Fantasy, meine Stories hatten aber meist ein düsteres Setting. Mein erster Roman siedelte in der Urban Fantasy, ganz im Stil von Anne Rice gehalten, die ersten Szenen schrieb ich ursprünglich sogar als Fanfiction um Lestat und Louis, bis eine Freundin meinte, ich könne das so gut, ich solle doch etwas eigenes daraus machen. Nach ersten Gehversuchen im Krimi verweilte ich wieder mehr in der Fantasy (ein riesiges Epos liegt schlummernd in der Schublade) und verfasste auch kritische, dystopische Geschichten. „Todeszeichen“ war mein allererster, waschechter Thriller.


Auf deiner Homepage habe ich gelesen, dass du durch deine Freundin und Stephen King zur Leseratte wurdest. Erinnerst du dich noch, welches das erste Buch war, das du von King gelesen hast? Was hat dich an seinen Büchern so angesprochen?

Das erste Buch, das ich von King gelesen habe, war „Der Werwolf von Taker Mills“. Ich fand das Horror-Genre faszinierend, der Gruselfaktor war spannend. King erzählt unglaublich tolle Geschichten und nimmt seine Leser auf fantastische Reisen mit. „Stark – The dark half“ habe ich damals in einem Rutsch durchgelesen bis spät in die Nacht, obwohl ich am nächsten Tag wieder Schule hatte. Auch heute lese ich noch sehr gerne Stephen King.


Liest du selbst noch gern oder fehlt dir neben dem Schreiben dafür inzwischen die Zeit?
Hast du ein Lieblingsbuch?

Ich lese selbstverständlich noch sehr gerne, auch wenn ich natürlich nicht mehr ganz so viel Zeit dafür habe wie früher. Allerdings gibt es Phasen, in denen ich inzwischen viel zu kritisch bin und eher einen professionellen Blick auf Texte habe, vor allem auf Texte aus dem Spannungssegment. Wenn ich gerade selbst im Lektorat steckte, vermeide ich deshalb inzwischen Romane und greife eher zum Sachbuch. Es wäre den Autoren und ihren Werken gegenüber nicht fair, sie mit Adleraugen zu bewerten.


Gibt es neben der Thriller-Reihe bereits weitere Pläne oder Projekte, an denen du arbeitest?

Es gibt Pläne neben der Thriller-Reihe, aber die stecken noch in den Baby-Schuhen, eigentlich noch vor der möglichen Zeugung. Deshalb kann ich hierzu leider noch gar nichts sagen. Ich hoffe aber sehr, dass sich die Projekte verwirklichen lassen.

Vielen Dank für das spannende Interview!

Am 13. September startet im Forum der Leser-Welt die Leserunde zu "Seelenweh", wer nun neugierig geworden ist, ist gern eingeladen, vorbei zu schauen.

1 Kommentar:

  1. Huhu :-)

    Ich habe schon viel über die Autorin gehört, allerdings habe ich noch kein Buch von ihr gelesen. Ich danke euch für das spannende Interview denn nun habt ihr meine Neugierde geweckt :-)

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