Mittwoch, 26. August 2015

Rezension: Lia Haycraft - Mondtochter - Die Nacht der Elemente 1

© Bookshouse
Mondtochter - 
Die Nacht der Elemente 1

Autor: Lia Haycraft
erschienen November 2014
Verlag: Bookshouse
ISBN: 9789963526116 (.epub)
spannender, abwechslungsreicher Reihenauftakt



Der Mond – oder auch die Möndin, wie es in vielen Sprachen heißt – ist ein treuer Begleiter in nahezu jeder Nacht. Die Größe, Helligkeit, Färbung und Dichte zur Erde variieren stark und so ist es jedes  Mal wieder faszinierend. Ich persönlich schaue mir sehr gern den Mond an, umso schöner, dass dieser Himmelskörper in der Geschichte so präsent ist. Es geht jedoch nicht um den Einfluss auf die Gezeiten oder Schlafstörungen, der Leser und auch die Charaktere lernen eine ganz andere Seite des Mondes kennen.
Protagonistin Lucija hätte es wohl nie für möglich gehalten, dass es so viele unglaubliche, magische Dinge um sie herum gibt. Doch die fremde Welt ist leider nicht nur spannend und aufregend, sondern auch tierisch gefährlich. Lucija gerät zwischen die Fronten zweier Arantai, die eine gemeinsame, düstere Vergangenheit haben- Ende offen.


Der Schreibstil von Lia Haycraft ist angenehm, flüssig und sehr bildhaft. Die detaillierten Beschreibungen von der Umgebung und den handelnden Personen ermöglicht es, schnell in die Buchwelt einzutauchen und sich zurechtfinden zu können. Die Charaktere sind sehr vielfältig angelegt, jeder scheint seine Besonderheiten, Ecken und Kanten zu haben. Die unterschiedlichen Figuren sind gut vorgestellt, einige schon etwas genauer, von anderen erfährt man noch nicht so viel. Es genügt aber in jedem Fall, um sich ein grobes Bild zu machen, alle auseinander halten zu können und neugierig zu werden, was die Charaktere noch alles können und was sie evtl. noch für Geheimnisse haben.
Die Perspektivwechsel sorgen für eine schöne Dynamik in der Geschichte. Besonders wenn an den spannendsten Stellen ausgeblendet wird, steigert sich die Neugier, was noch passieren wird und man möchte unbedingt weitere lesen. Diese Wechsel ermöglichen es außerdem einen guten Gesamtüberblick über die Handlung zu bekommen. Man kann unterschiedliche Handlungsstränge verfolgen, die zwar viele Schnittpunkte haben, sich jedoch auch voneinander entfernen, bis sie wieder zusammen laufen. Man hat nur selten das Gefühl, dass einem etwas vorenthalten wird oder entgeht und wenn, dann ist es wohl eher gewollt, um die Spannung zu erhalten. Als Leser erfährt man so auch mehr von einigen Charakteren, man kann in ihre Gedanken- und Gefühlswelt Einblick nehmen und so einige Dinge in andere Zusammenhänge setzen, als es den teilweise unwissenden Figuren möglich ist.
Besonders schön ist es, im Verlauf des Buches immer weiter in die magische Welt einzutauchen. Die Beherrschung der unterschiedlichen Elemente ist faszinierend, die Macht die davon ausgeht erschreckend, gefährlich aber auch sehr nützlich – je nachdem wie man es einsetzt und auf welcher Seite man steht. Neben diesen Fähigkeiten haben alle noch spezielle Gaben, die jeden Einzigartig und wichtig für die Geheimschaft machen.
Neben der Magie ist auch viel Raum für die unterschiedlichsten Gefühle. Liebe, Hass, Verbundenheit, Freundschaft, Verzweiflung, Freude, Hoffnung, Lust, Leidenschaft, Angst – es ist irgendwie von allem etwas mit dabei.
Einige Geheimnisse sind bereits gelüftet, ich vermute allerdings, dass es noch viel zu erfahren gibt und auch die neuen Mondkinder noch einiges lernen müssen.

Ein spannender, abwechslungsreicher Reihenauftakt, der einen schön in die magische Welt einführt. Ich bin sehr neugierig geworden und freue mich schon darauf, bald zu erfahren, wie es mit den sympathischen und auch mit den gefährlichen Charakteren weiter gehen wird.

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