Donnerstag, 28. Januar 2016

Rezension: Julia K. Stein - Leda & Silas: Regenbogenzeit

© Impress (Carlsen)
  Regenbogenzeit
Leda & Silas Band1

Autor: Julia K. Stein
erschienen Januar 2016
(Cover Neuauflage)
ISBN: 978-3-646-60192-3  

bewegender, ereignisreicher Auftakt


Mitten in der Provinz verändert sich plötzlich Ledas gesamtes Leben. Vor einem Jahr gab es einen schweren Schicksalsschlag, der sie nun zurück an den Ort des Geschehens führt. Leda vermutet, dass der Tod ihrer Mutter viel weniger ein Unfall war, als alle ihr glauben machen wollen. Nun will sie die Sache selbst in die Hand nehmen. Als sie Silas trifft, könnte ihre Suche einen angenehmen Nebeneffekt bekommen. Doch auch der junge Amerikaner hat viele Geheimnisse. Mit einem Schlag kommt alles anders, als gedacht und welche Gefahren wirklich auf Leda lauern, ahnt sie dabei noch gar nicht.


Leda ist eine mutige, junge Dame, die manche Dinge einfach gern selbst in die Hand nimmt. Als sie ihre Mutter verloren hat, war das ein Schock - mitten aus dem Leben gerissen, ohne jede Vorwarnung. Doch an einen Unfall will Leda nicht glauben. Zurück am Ort des Geschehens nimmt sie es nun selbst in die Hand, mehr herauszufinden. Ich kann Leda gut verstehen, Ungewissheit und Zweifel helfen einem nicht wirklich beim Trauern, trotzdem ist ihr Vorhaben auch ein wenig leichtsinnig und vielleicht nicht bis zum Ende durchdacht. Denn ihr Gegner ist mächtig und einflussreich. Da sind Probleme schon vorprogrammiert.
Silas hat ganz andere Beweggründe, sich auch in dem kleinen Ort aufzuhalten. Seine Begegnung mit Leda bringt ihn ziemlich durcheinander und er zeigt Seiten, die bei einer normalen Sommerarbeit nicht nötig gewesen wären. Von Silas erfährt man lange Zeit nicht so viel, wie man gern erfahren würde. Um ihn wabern Geheimnisse, bei denen man gewisse Ahnungen und Vermutungen hat, Genaues weiß man jedoch nicht.
Im Verlauf der Geschichte werden noch einige andere Charaktere wichtig, die Hauptpersonen sind aber Silas und Leda. Die Entwicklung zwischen den beiden ist geprägt von Schwankungen, Unsicherheit, großen Gefühlen und starken Ängsten.

Der Schreibstil ist angenehm, ich habe mich besonders durch die Ich-Perspektive gleich mitgenommen gefühlt. Es gibt viele schöne Beschreibungen der Natur, die einem die Umgebung von Wözen anschaulich näher bringt. Auch wenn das kleine Nest nicht viel zu bieten hat, so kann man doch schöne Ausflüge machen, um die Seele mal baumeln zu lassen. Sehr detailliert und dadurch ein wenig  blutig, sind auch die Formulierungen von Ledas Praktikum in der Schlachterei.
Silas und Leda treffen sich immer häufiger, die vorsichtigen Annäherungen der beiden sind wirklich schön zu verfolgen. Das Kribbeln ist beim Lesen deutlich zu spüren, auch wenn beide ein wenig zu schüchtern sind, um die Sache schnell voran zu bringen.
Durch die Ich-Perspektive erfährt man sehr viel von Ledas aufgewühlten Gedanken und Gefühlen. Ihre Reise nach Wözen hatte eigentlich nicht das Ziel, sich zu verlieben und doch kann sie nicht abstreiten, dass Silas Gefühle in ihr weckt.
Ich hätte zwischendurch gern mehr von Silas erfahren. Zwar gibt es Andeutungen und Ahnungen, die einen rätseln lassen, doch was wirklich mit dem, teilweise sehr verschlossenen, Jungen los ist, erfährt man erst, als Silas selbst kurz zu Wort kommen darf. Diese Erklärung fand ich sehr wichtig, da man einordnen konnte, wie alles zusammenhängt. Als Leser hat man damit Leda gegenüber auch entscheidende Vorteile.
Im Verlauf des Buches wendet sich die Geschichte dann enorm. Viele Gedanken werden  düsterer, die Situationen gefährlicher und teilweise auch aussichtslos. Leda braucht Unterstützung, Beistand und reichlich Mut – doch nicht alles steht ihr ausreichend zur Verfügung. Sie weiß manchmal nicht wem sie trauen kann, auf wen sie sich verlassen darf und was noch alles bevorsteht. Das locker, leichte Sommermärchen wandelt sich zu einem dramatisch-spannenden Albtraum mit ungewissem Ausgang.

Eine schöne, berührende, bewegende Geschichte mit Überraschungen und unerwarteten Entwicklungen. Ich bin sehr gespannt, wie es nun weiter gehen wird.




Vielen Dank an Impress (Carlsen) für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

1 Kommentar:

  1. Hi ;D
    Das klingt nach einer echt bewegenden Geschichte und nach sehr interessanten Charakteren!

    Liebe Grüße
    Jessi

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