Samstag, 15. April 2017

Rezension: Kerstin Ruhkieck - Without Worlds

©Dark Diamonds

Without Worlds

Autorin: Kerstin Ruhkieck
erschienen März 2017
Verlag: Dark Diamonds
ISBN:   978-3-646-30021-5
trotz düsterer Welt angenehm zu lesen


Clara könnte glücklich sein, denn sie ist eine von wenigen, die das schreckliche Ereignis überlebt haben. Doch die Geister der Vergangenheit verfolgen sie. Clara ist gefangen in ihrem Schmerz und das System, in das sie gezwängt wird, langsam leid. Ihre Aufgabe besteht darin, den Kämpfern ein wenig Befriedigung zu verschaffen und ihre Wunden zu versorgen, doch richtig erwärmen kann sie sich dafür nicht. Eine besonders große Wahl hat sie allerdings auch nicht, Flucht ist keine wirkliche Möglichkeit, denn die Außenwelt ist tödlich. Ein kleiner Funken neuer Hoffnung bietet sich ihr erst, als das Unmögliche passiert und jemand in ihre Gemeinschaft kommt, den es gar nicht geben dürfte.


Die Welt, in die man eintaucht, ist wirklich erschreckend. Seit einem Horrorszenario hat sich alles verändert. Viele haben ihre Familien verloren, nur wenige haben überlebt und leben nun eingepfercht in ein ehemaliges Luxushotel und versuchen, ihren Fortbestand durch klare Regeln zu erhalten.
Während wir uns langsam freuen, dass die Sonne wieder rauskommt und es Frühling wird, fiebern die Buchfiguren jedem Regen entgegen, denn nur er sichert ihre Versorgung.
Und als wäre das noch nicht schlimm genug, sind auch die Regeln, die geschaffen wurden, nicht für alle gut zu ertragen. Durch den sehr begrenzten Raum und die fehlenden Möglichkeiten, sich wieder frei zu entfalten, wird schnell klar, dass es gewisse Grenzen und Gesetze geben muss, um das Leben zu regeln. Umso mehr man erfährt, umso mehr kann man jedoch verstehen, wie unzufrieden Clara mit der Gesamtsituation ist.
Die Einblicke in das Leben der 21-Jährigen sind durch die Ich-Perspektive sehr intensiv. Man bekommt einen Eindruck davon, wie sie jetzt lebt, wie alles so kommen konnte und wie sie sich bemüht, nicht noch negativer aufzufallen, als in der Vergangenheit. Zwischendurch gibt es kleine Rückblicke in die Zeit vor dem Tag, der alles zum Einsturz brachte. Dadurch wird deutlich, wie viel sich wirklich verändert hat, welche Entbehrungen und welcher Schmerz auf der jungen Frau lasten.

Die Beziehungen zwischen den Menschen im Hotel sind größtenteils unterkühlt. Emotionen gibt es nur wenige, jeder soll funktionieren und seine Aufgaben erledigen. Intrigen, Geheimnisse und grausame Pläne bestimmen das Zusammenleben und machen es schwer, sich kommentarlos den Regeln unterzuordnen. Erst als der Fremde auftaucht und alles ein wenig auf den Kopf stellt, passiert etwas mit Clara, woran sie schon nicht mehr geglaubt hatte.

Der Schreibstil ist angenehm und durch detaillierte Beschreibungen kann man ich sich die Handlung gut vorstellen. Besonders die Personenbeschreibungen sind anschaulich und lassen ein genaues Bild von den Figuren vor dem inneren Auge entstehen. Da der Lebensraum so begrenzt ist, tut es gut, dass so ein wenig mehr Farbe in die teilweise sehr triste und traurige Welt kommt.
Im Verlauf der Geschichte spürt man deutlich, wie sich die Stimmung bei der Protagonistin ändert. Es rücken andere Dinge in ihren Mittelpunkt, sie taut ein wenig auf und kann Emotionen zulassen, die sie bisher tief vergraben hat.

Trotz des schrecklichen Szenarios habe ich mich wohl dabei gefühlt, Clara zu begleiten. Die Mischung aus Trostlosigkeit, Schmerz und dem neu geweckten Verlangen hat mir gut gefallen. Obwohl sich die Handlung auf ein einziges Gebäude konzentriert, gibt es mehr zu entdecken, als man zunächst vermutet.



Vielen Dank an den Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

Kommentare:

  1. Das Buch klingt echt super das Cover sieht auch ganz nett aus. Ich sehe hier echt so schöne Bücher aber das werde ich mir zum Geburtstag wünschen

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  2. Oh, na das klingt ja interessant. Von der Autorin habe ich noch nix gelesen. Das Buch wird definitiv notiert.

    ♥liche Grüße
    Lenchen vom Testereiwahnsinn

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