Freitag, 26. Mai 2017

Rezension: Andreas M. Sturm (hrsg.) - Sachsenmorde 2

©Edition Krimi

Sachsenmorde 2

Herausgeber: Andreas M. Sturm
erschienen März 2017
Verlag: Edition Krimi
ISBN:  978-3-946734-18-5
spannende, abwechslungsreiche Kurzthriller

Gedämpfte Schüsse mitten in der Öffentlichkeit, blutige Taten hinter verschlossenen Türen, Opfer, die lange Qualen erleiden, bevor sie erlöst werden, Morde, die erst nach Jahren entschlüsselt werden – die im Buch präsentierte Bandbreite deckt ziemlich viele, meistens grausame Vorstellungen des Tötens ab. Kein Bundesland ist vor den Verbrechern sicher, auch Sachsen nicht. In dieser Anthologie wird jeder Bereich der Region beleuchtet, auf ganz verschiedene, aber immer tödliche Weise.


Jeder Kurzthriller entführt den Leser in eine andere Welt. Die Geschichten sind in sich abgeschlossen und können daher völlig unabhängig voneinander gelesen werden. Ich hab auch immer mal wieder eine Pause eingelegt um etwas Abstand zwischen die Kurzgeschichten zu bekommen. So wirken sie, aus meiner Sicht, besser und man kann sie leichter einzeln betrachten, ohne ständig zu vergleichen.

Obwohl es sich nicht um Nacherzählung wahrer Begebenheiten handelt, laufen einem ab und an kalte Schauer über den Rücken und man kann sich gut vorstellen, dass es solche Taten wirklich gibt. Einige Handlungen sind sehr blutig, brutal und von dem Mord an sich geprägt. In anderen Thrillern geht es mehr um die Planung oder die Aufdeckung der Tat, so dass ein Teil der erschütternden Fakten durch die Rahmenhandlung abgemildert werden. Harmlos ist aber keine der Handlungen, sie sind einfach nur völlig unterschiedlich aufgebaut.

Von den Orten, in denen die Handlung spielt, erfährt man mal etwas mehr, mal etwas weniger. Teilweise gibt es Straßennamen und Erkennungsmerkmale der Region, die für Leser, die sich an den Schauplätzen auskennen, bestimmt Wiedererkennungswert haben. Auch als Ortsfremder kann man sich die Handlungsorte meistens gut vorstellen und bekommt so neben den Grausamkeiten noch einen Einblick in das Bundesland.

Genauso abwechslungsreich wie die Schauplätze, sind die Erzählweisen und -stile in den Kurzthrillern. Einige Geschichten sind aus der Ich-Perspektive erzählt, andere haben einen übergeordneten Erzähler, der es ermöglicht, aus verschiedenen Perspektiven auf die Handlung zu schauen und unterschiedliche Stränge zu verfolgen, die ein Gesamtbild ergeben. Durch die verschiedenen Techniken werden einem die Figuren auch unterschiedlich nah gebracht. Bei einigen erhält man einen guten Einblick in ihr Seelenleben, in die Dinge, die sie quälen, beschäftigen und möglicherweise dazu führen, diese schrecklichen Taten zu begehen. Andere Charaktere bleiben eher blass und es wird ein größeres Augenmerk auf die Handlung an sich gelegt. Wenn man die Kürze der einzelnen Geschichten bedenkt, kann man jedoch auch nicht erwarten, ein komplexes Bild von jeder Person zu bekommen. Es ist in jedem Fall immer ausreichend, um dem Geschehen zu folgen und die Zusammenhänge zu verstehen.

Gegenwart, Vergangenheit, Sprünge in verschiedene Zeiten – es ist von allem was dabei. Manchmal sind die Täter bereits bekannt, in anderen Geschichten werden sie erst gesucht. Einige Passagen sind sehr düster und erschütternd, andere Szenen sind geprägt von schwarzem Humor und wirken dadurch etwas lockerer, wenn die Handlung auch sehr ernst bleibt. Aufgrund der vielfältigen und abwechslungsreichen Mischung im Buch sollte für jeden Geschmack am Ende etwas dabei sein. Nicht jede der 13 Kurzgeschichten wird einen gleich intensiv packen, dafür sind die Herangehensweisen doch etwas zu verschieden.

Eine abwechslungsreiche, spannende Mischung an Kurzgeschichten sind in diesem Buch vereint. Manch eine Geschichte fesselt einen mehr, die nächste vielleicht etwas weniger, aber durch die bunte Mischung wird am Ende für jeden was dabei sein.

Vielen Dank an den Autoren und Herausgeber Andreas Sturm für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

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