Dienstag, 18. Juli 2017

Rezension: Laura Kuhn - We could be heros

 © Impress
We could be heros

Autorin: Laura Kuhn
erschienen Juli 2017
Verlag: Impress
ISBN:   978-3-646-60320-0
viel Gefühl, schöne Geschichte
Ein Umzug in eine andere Stadt oder sogar aufs Land, kann alles verändern. Manchmal macht es die Dinge einfacher, weil man noch mal von vorn beginnen kann, manchmal hilft es aber auch nicht, nur vor seinen Problemen weg zu laufen. Lou ist zunächst froh, dass sie etwas Abstand zu ihrem alten Leben bekommt. Eine neue Schule, neue Umgebung, neue Chancen und trotzdem  ist nicht alles so leicht, wie sie es sich gewünscht hätte. Überrannt von ihren Gefühlen, beginnen erneut die Herausforderungen der Liebe.

Der Schreibstil von Laura Kuhn ist sehr angenehm, flüssig und mitnehmend. Durch die Ich-Perspektive ist man Protagonistin Lou von Beginn an nah. Während der Geschichte erlebt man ihre Gedankengänge und die oft aufgewühlten Gefühle intensiv mit. So ist man als Leser immer besser informiert, als die Personen in ihrer Umgebung, auch wenn sie sich nach und nach ihren guten Freunden bzw. ihrem Bruder anvertraut. Mir war Lou schon nach kurzer Zeit sehr sympathisch. Ihre Gedankengänge, Zweifel und Ängste sind nachvollziehbar. Ich find es schön, wie sie sich in der neuen Umgebung anpasst, sich entwickelt und sich dabei selbst treu bleibt.

Der Umzug hat zwar Abstand zu der jungen Dame gebracht, die zunächst für Lous Herzrasen verantwortlich war, aber leichter wird es dadurch nur bedingt. Man kann sich gut vorstellen, dass es schwer fällt, die beste Freundin zurück zu lassen und sich sein Leben neu aufzubauen, wenn man immer noch so belastet ist von den Sorgen und Zweifeln.
Lou versucht, mit ihren Emotionen zu Recht zu kommen und sich auf die neue Schule zu konzentrieren, doch auch dort trifft sie bald auf jemanden, der sie nachhaltig durcheinander bringt- emotionales Chaos vorprogrammiert.
Neben der Ich-Perspektive von Lou gibt es immer wieder kursiv geschriebene Einschübe, bei denen zunächst nicht aufgedeckt wird, von wem sie stammen. Recht schnell wird jedoch klar, um wen es sich dabei handeln muss.  Diese Passagen geben eine gute Ergänzung zu Lous Erzählungen und geben noch mal einen anderen Blick auf die Handlung.

Besonders ins Herz geschlossen habe ich auch Lous Bruder. Die beiden haben ein sehr inniges Verhältnis zueinander und kennen sich zu gut, als dass sie lange etwas vor dem anderen verbergen könnten. Dieser liebevolle Umgang hilft in vielen Lagen, aber die Geschichte zeigt auch, dass es Punkte gibt, an denen eine Geschwisterbeziehung ihre Grenzen hat.
Zusätzlich zu den immer wieder emotional aufgewühlten Momenten, geht es auch viel um Freundschaft, die „Problematik“ Outing, Vorurteile, die Tücken von Kommunikation und den alltäglichen Schulwahnsinn, den man als junger Mensch meistern muss, während man doch eigentlich grad ganz andere Sorgen hat. So entsteht eine schöne und authentische Mischung, bei der man sich gut vorstellen kann, dass sie so oder so anders schon das eine oder andere Mal tatsächlich abgelaufen ist.

Eine schöne Geschichte, die ans Herz geht. Ich habe Lou gern begleitet auf ihrer emotionalen Reise zur Selbstfindung. Auch wenn einige Dinge vorhersehbar waren, war es nicht langweilig.


Vielen Dank an den Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

1 Kommentar:

  1. Hey Dana,

    dieses Buch steht auch noch auf meiner Leseliste und es hört sich in deiner Rezension richtig gut an. Da freue ich mich doch richtig darauf. :)

    Liebe Grüße,
    Ruby

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