Freitag, 20. Oktober 2017

Rezension: Jenna Liermann - Die Jäger der Götter

 ©Dark Diamonds
Die Jäger der Götter 

Autorin: Jenna Liermann
erschienen September 2017
Verlag: Dark Diamonds
ISBN: 978-3-646-30070-3
schöne Idee mit Schwächen in der Umsetzung

Jaelle begegnet als Kellnerin einer Menge verschiedener Leute. Einige sind still und wollen einfach nur ihre Bestellung haben, andere machen gern einen Scherz, flirten oder suchen nette Bekanntschaften. Doch egal wie ihr Gegenüber eingestellt ist, die junge Frau bringt so schnell nichts aus der Fassung. Bis zu dem Tag, als sie „The Hunting Gods“ auf der Bühne stehen sieht. Ein Bandmitglied ist ihr sehr vertraut. Hin- und hergerissen zwischen Wut und Verlangen beginnt ihre Geschichte erneut – Ausgang ungewiss, denn die Band umgibt ein Geheimnis, das auch Jaelles Leben völlig auf den Kopf stellen wird.


Autorin Jenna Liermann nimmt die Leser mit in die Welt der Götter, Monster und Jäger. Wie auch Jaelle ahnt kaum jemand, dass es mehr gibt, als das, was man sehen kann. Die Verbrechen nehmen zu und einige Dinge sind nicht so recht zu erklären, doch gibt es deswegen Übernatürliches? Der Einstieg in diese geheimnisvolle Welt kommt für die Protagonistin sehr plötzlich, mit einem Mal ist nichts mehr, wie es einmal war. Sie muss sich neu finden und sortieren, sich entscheiden, was sie will und auf welcher Seite sie steht. Und ganz nebenbei ist da auch noch ihre Jugendliebem Myles, der ihre Aufmerksamkeit fordert und ihr Herz erneut zum Stolpern bringt. Eine sehr aufregende Zeit mit vielen Problemen, Herausforderungen und Geheimnissen.
Zu Beginn der Geschichte gab es zahlreiche Wort- und Formulierungswiederholungen, die meinen Lesefluss leider ein wenig unterbrochen haben. Im Verlauf des Buches hat das etwas nachgelassen oder man war mehr in der Handlung drin und nimmt es nicht mehr so wahr, so dass die Story flüssiger wurde.
Hin und wieder gab es Stellen, die recht vorhersehbar waren, andere Momente waren dann jedoch  überraschend und brachten Wendungen in die Geschichte. Auch die Entwicklung zwischen Jaelle und Myles war zu erahnen, durch klärende Gespräche und eine nicht zu schnelle Umsetzung, passte es für mich aber am Schluss dann wieder ganz gut ins Bild.

Die meiste Zeit des Buches begleitet man Jaelle und bekommt dadurch einen intensiven Einblick in ihre Entwicklung, ihre Gedankengänge und die Veränderung der Gefühlslage. Die personale Erzählweise macht jedoch auch Perspektivwechsel möglich, so dass man auch von Teilen der Handlung erfährt, an denen die Protagonistin nicht aktiv beteiligt ist. Die Handlungsstränge sind allerdings die gesamte Zeit eng miteinander verwoben und entfernen sich nie besonders weit voneinander.
Nach und nach wird der Einblick in die umfangreiche Götterwelt vertieft und es wird deutlich, welche Funktion die Jäger haben. Einige Punkte sind dabei eher informativ, anderes bringt die Handlung voran und man kann besser einordnen, wie alles zusammenhängt und sich bedingt.
Ich habe zwar hin und wieder mal was über Götter gelesen, kenne mich aber nicht besonders gut aus. Daher war es für mich nicht ganz einfach, mir die vielen Dinge zu merken und mir persönlich war der Abschnitt im Tartaros ein wenig zu ausgedehnt. Zwar sind die Informationen, die man dort bekommt, nicht uninteressant, teilweise scheinen sie jedoch für die anstehenden Aufgaben nicht unbedingt relevant zu sein. Dadurch wird die Handlung, die vorher ordentlich an Tempo aufgenommen hatte, ein wenig unterbrochen und hat für mich etwas an Spannung verloren. Zum Ende hin wird es aber noch einmal richtig turbulent, ziemlich blutig und auch verlustreich.

Eine schöne Geschichtenidee, die für mich ein paar Schwächen in der Umsetzung aufweist. Trotzdem hat es mir Spaß gemacht, Jaelle und Myles und die anderen zu begleiten.




Vielen Dank an den Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

Kommentare:

  1. Liebe Dana,

    das Buch war mir schon ins Auge gefallen, aber ich war mir nicht sicher, ob das was für mich ist. Deine Rezension liest sich sehr schön, aber da es einige Schwächen gibt und ich mir eh unsicher war, werde ich das Buch nicht lesen.

    Liebe Grüße
    Nadine

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    1. Hallo Nadine,
      ich wollte dich nicht vom Lesen abhalten, aber ich kann die Entscheidung trotzdem verstehen, wenn du vermutest, dass dich die Stellen, die mich gestört haben, möglicherweise auch stören könnten.
      Wer gern intensiv in die Götterwelt eintauchen möchte und sich da ggf. sogar etwas auskennt, um es noch mehr zu genießen, hat ganz gewiss Spaß an der Geschichte :)
      Lg Dana

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