Dienstag, 17. Oktober 2017

Rezension: Veronika Mauel - Forbidden Secrets. Nadia & Noah

 ©Impress
Forbidden Secrets. 
Nadia & Noah 

Autorin: Veronika Mauel
erschienen Oktober 2017
Verlag: Impress
ISBN: 978-3-646-60367-5
gefühlvolle Geschichte mit den Schatten der Vergangenheit

Ein Umzug stellt immer eine große Herausforderung und Veränderung dar. Doch Nadia sieht viel mehr ihre Chance auf ein freies, selbstbestimmteres Leben darin. Wird die Idylle der Nordseeinsel ihr dabei helfen oder werden die Schatten der Vergangenheit sie doch einholen?


Als Einstimmung in die Geschichte gab es einen wundervollen Einblick in die Landschaft, die Nadia und ihre Familie nun umgeben wird. Sanfte Wellen, die an den Strand rollen, die Sonne, die auf dem Meer glitzert, feiner Sand, der durch die Finger rieselt – nicht nur das Paradies für Urlauber, sondern auch für Einheimische. Allerdings ist die Ruhe, die Nadia bei ihrer Ankunft empfängt, trügerisch. Schnell lernt sie die Inseljugend kennen und wird unfreiwillig in die Macht- und Positionskämpfe gezogen.
Sich der Luxusjugend anschließen, damit Anschluss haben und möglicherweise die lang ersehnte Freiheit kommen oder sich treu bleiben und dem scheinbar Verbotenen hingeben, dass sich so viel besser anfühlt – dieser Konflikt begleitet die junge Protagonistin weite Strecken der Geschichte.

Das Buch ist aus zwei Ich-Perspektiven geschrieben, die sich fast stetig abwechseln im Verlauf des Buches. So hat man die Möglichkeit, sowohl Nadia, als auch Noah intensiv kennen zu lernen und auf ihren Wegen zu begleiten.
Durch die Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelten der beiden Protagonisten kann man ihre Entwicklung gut verfolgen und weiß als Leser häufig mehr, als sie ihrem Umfeld zunächst preisgeben. Nach und nach erfährt man von ihrer Vergangenheit, von den Schatten, die sie verfolgen und begleiten, von ihren Ängsten, Wünschen und Hoffnungen.
Zu Beginn der Geschichte werden die Unterschiede zwischen beiden besonders deutlich. Nadia kommt aus wohlhabenden Verhältnissen, ist gut behütet und vielleicht sogar etwas überbehütet aufgewachsen und drückt sich eher gewählt und förmlich aus. Nadia kämpft für ihre Freiheit, mehr Chancen und Möglichkeiten und macht dabei Erfahrungen, auf die sie vielleicht lieber verzichtet hätte.
Noah hingegen kann sein Leben ziemlich frei gestalten, zumindest von seinem Elternhaus aus. Doch die Geschehnisse des letzten Jahres machen es ihm schwer, in Ruhe zu leben und sich zu entwickeln, wie er es sich wünscht. Seine Abschnitte unterscheiden sich auch sprachlich von Nadias, was mir gut gefallen hat. Er ist etwas direkter, schmückt nichts aus und nutzt teilweise auch derbere Formulierungen und Flüche. So sind beide Charaktere beim Lesen leicht auseinander zu halten.

Themen wie Freundschaft, Mobbing, Cliquenbildung, Zusammenhalt und Geld in Verbindung mit Machtpositionen werden im Verlauf der Handlung in die persönliche Entwicklung der Protagonisten integriert. So wird die Geschichte noch facettenreicher.
Das Ende des Buches kam für mich dann fast ein wenig zu schnell. Nachdem es sich sehr lange hoch geschaukelt hat, kam die Auflösung, zumindest in Nadias Familie, dann doch recht plötzlich. Bei Noah wurde es – zum Glück – noch etwas verzwickter und nicht ganz so gradlinig, denn das hätte irgendwie auch nicht zu ihm gepasst.

Eine schöne, gefühlvolle Geschichte, die für meinen Geschmack noch ein paar mehr Seiten hätte haben dürfen.



Vielen Dank an den Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

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