Samstag, 30. Dezember 2017

Rezension: Zeitenliebe. Nur zu zweit sind wir eins von Ewa A.

Zeitenliebe 1
 Nur zu zweit sind wir eins

Autorin: Ewa A.
erschienen Dezember 2017
ISBN: 978-3-646-30089-5 (epub)
zum Verlag → Dark Diamonds (Carlsen)
© Dark Diamonds
zwiegespalten...

Die Rezension zu dem Buch fällt mir sehr schwer, weil ich etwas zwiegespalten bin.
Das Cover ist ein Traum und nach der tollen → Mond-Saga der Autorin war ich total gespannt auf das Buch. Grundsätzlich hat es mir auch ganz gut gefallen, aber...

Esther war mir direkt sympathisch. Sie ist zielstrebig, ein wenig dickköpfig und gestaltet ihr Leben nach ihren Vorstellungen. Den Einstieg fand ich richtig toll und hätte gern einfach mehr aus Esthers Gegenwart gelesen.

Dann findet die Zeitreise statt. Tja... der bildhafte Schreibstil liest sich super, die Geschichte ist überwiegend spannend und Esther bringt sich mit ihrer aufbrausenden, manchmal etwas vorlauten Art ständig in Schwierigkeiten. Sie kann gar nicht anders, als jedem zu wiedersprechen und sich ständig zu streiten, wodurch es immer wieder zu spaßigen Szenen kommt. Auch eine gute Portion Gefühl ist vorhanden, wobei Esther sich leider schnell in ihrem neuen Leben verliert und die Suche nach einem Ausweg in den Hintergrund gerät.

Allerdings hat mir das Neuartige, Einzigartige gefehlt. Moderne Frau landet im Mittelalter, passt dort natürlich gar nicht rein, verliebt sich aber unsterblich in einen mutigen Ritter. Aufgrund ihres ungewöhnlichen (zukünftigen) Wissens wird sie besonders von einer Personengruppe kritisch beäugt ... Mehrfach musste ich beim Lesen an Feuerkreis der Liebe von Ute Jäckle denken, welches mit einem ähnlichen Setting daherkommt. Zeitreisen könnten Frauen doch auch mal woanders hinführen als ins deutsche Mittelalter, oder? ;)
Und im Angesicht eines starken Ritters ist Verhütung dann auch direkt komplett vergessen - weg war die moderne aufgeklärte Frau... Überhaupt spielen Sex, sexuelle Fantasien und Gewalt in diesem Buch eine extrem Große rollen und münden nicht nur in sinnlichen, sondern oft auch in arg brutalen Szenen.

Ob mir das Ende gefällt oder nicht, kann ich auch einen Tag nach dem Beenden des Buches noch nicht so genau sagen. Zwar war dieses so nicht vorhersehbar, fühlt sich für mich aber auch nicht ganz stimmig an.

Fazit
Die sympathische, vorlaute Protagonistin, die sich immer wieder in Schwierigkeiten bringt, sorgt zwar für witzige und auch spannende Momente, insgesamt hätte ich mir aber mehr neuartige Elemente und dafür weniger barbarische Szenen gewünscht.

Ich danke dem Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

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