Samstag, 6. Januar 2018

Rezension: Raywen White - Mystic Highlands 2 - Druidenliebe

 ©Dark Diamonds
 Druidenliebe
(Mystic Highlands 2)

Autorin: Raywen White
erschienen Dezember 2017
ISBN: 978-3-646-30079-6
ereignreiche Fortsetzung

Da es sich um eine Fortsetzung handelt, kann meine Rezension Spoiler in Bezug auf den ersten Band enthalten!

Ronas Reise nach Schottland hat ihr gesamtes Leben verändert. Sie ist Teil der magischen Welt geworden und ahnt trotzdem noch nicht, welche schwierigen Aufgaben tatsächlich vor ihr liegen. Hin- und hergerissen zwischen ihren Gefühlen, ihren Pflichten und den Erwartungen der anderen, versucht sie ihren Weg zu finden und sich nicht selbst zu verlieren.


Im Verlauf der Geschichte gibt es kleine Rückblenden und Hinweise auf die Geschehnisse im ersten Buch. Diese helfen beim Auffrischen der Erinnerungen und füllen kleine Gedächtnislücken. Die gesamte Handlung fassen sie jedoch nicht zusammen, so dass Vorwissen zu empfehlen ist. Mir haben die Einschübe gut gefallen. Es war nicht zu überladen, aber hilfreich, um noch mal ein paar Eckdaten parat zu haben.

Die meiste Zeit begleitet man Rona, die zunächst ihren neuen Lebensraum, den Sid, erkundet und versucht, sich einzuleben und zu integrieren. Da es zahlreiche Geheimnisse gibt, in die sie nicht eingeweiht wird, fällt es ihr allerdings schwer, sich wirklich auf ihr Leben und das, was von ihr erwartet wird, einzulassen. Nach und nach kommt sie jedoch hinter die Dinge, die vor ihr verborgen wurden, da auch die Charaktere in ihrer Umgebung spüren, dass Schweigen sie alle nicht weiter bringt. Die Lage spitzt sich so zu, dass es ohne nötige Offenbarungen für Rona gar nicht möglich wäre, ihre Chancen richtig zu nutzen.
Zwischendurch begleitet man auch Sean auf seinem Weg, der unter dem Verlust, vom Ende des ersten Buches, leidet. Auch für ihn hat sich vieles geändert, doch die größten Herausforderungen stehen erst noch bevor.
Die verschiedenen Handlungsstränge bedingen sich in vielerlei Hinsicht. Sie sind eng miteinander verbunden, auch wenn nicht immer alle Figuren gemeinsam agieren. Die Fehler der einen wirken sich oft unmittelbar auf die Entwicklung bei den anderen aus. Immer wieder verbinden sich die Stränge, bevor sie zum Teil wieder auseinander laufen. Durch die Wechsel wird die Spannung in den Szenen hoch gehalten, da teilweise genau an den Stellen „weggeblendet“ wird, an denen man unbedingt wissen will, wie es weiter geht.

Die Unterbrechungen, der immer temporeicher werdenden Handlung, sind zum Glück nicht so zahlreich wie im Auftaktbuch. Diskussionen, Zickereien und Liebesschwüre an Stellen, an denen einfach so gar keine Zeit ist, lenken, aus meiner Sicht, zu sehr vom Geschehen ab und kosten unnötige Zeit, die den Charakteren ohnehin an jeder Ecke fehlt. Die Reduktion dieser Passagen spricht in gewisser Weise auch für die Entwicklung der Figuren, die an ihren Aufgaben wachsen und sich der Verantwortung ihres Erbes stellen. Obwohl auf eine Ich-Perspektive verzichtet wird, lernt man die Protagonisten immer besser kennen. Auf ihren Schultern lasten schwierige Probleme, deren Lösung mit Opfern und Verlust verbunden ist.

Der Schreibstil ist sehr bildhaft und detailliert, so kann man sich die magischen Szenen, die Figuren und Schauplätze gut vorstellen. Durch die Enthüllungen gibt es immer wieder Wendungen und die Geschichte wird noch komplexer und facettenreicher. Die Zusammenhänge der Machenschaften machen deutlich, wie Intrigen und Lügen das Leben aller beeinflusst hat und das über so viele Jahre. Machtgier, Angst, Unwissenheit und der Wunsch, die zu schützen, die man liebt, überschattet weite Teile der Handlung.
Am Ende des Buches hat sich ein Großteil des Puzzles zusammen gefügt, aber es bleibt noch Raum für weitere Schwierigkeiten, Kämpfe und Intrigen.

Eine schöne Fortsetzung, die mir besonders durch die Zunahme an Tempo und Magie und der Reduktion der handlungsunterbrechenden Passagen gut gefallen hat.



Vielen Dank an den Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

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