Donnerstag, 8. Februar 2018

[Anja] Rezension: Wunder von Raquel J. Palacio

Wunder

Autorin: Raquel J. Palacio
erschienen Januar 2013
ISBN: 978-3-446-24175-6
zum Verlag → Carl Hanser Verlag
© Carl Hanser Verlag
berührend, bewegend, aber trotzdem fehlte etwas

Der 10-jährige August hat durch einen Gendefekt trotz zahlreicher Operationen ein entstelltes Gesicht. Nun soll er zum ersten Mal eine öffentliche Schule besuchen. Am liebsten würde August in der Masse der Schüler untertauchen, doch viel zu oft steht er im Mittelpunkt. Die anderen Kinder zeigen auf ihn, meiden ihn, ärgern ihn. So manches Mal möchte August die Schule hinschmeißen. Aber aufgeben kommt gar nicht infrage...

Nachdem ich im letzten Jahr den Trailer zum Film gesehen hatte, wollte ich das Buch gern lesen, um dann demnächst ins Kino zu gehen.

Die Geschichte ist niedlich, sie ist berührend, bewegend, eindringlich und vermittelt eine wichtige Botschaft. Dennoch fehlte mir etwas.

Nacheinander schildern verschiedene Figuren (August, seine Schwester, Mitschüler) die Ereignisse des Schuljahres. Dabei überschneidet sich die Handlung zu Beginn jeder neuen Figur kurz, wenn diese die vergangenen Monate zusammenfasst, um dann die aktuellen Ereignisse weiter zu schildern. Im Mittelpunkt aller Schilderungen steht August.

August ist ein unglaublich sympathischer Charakter. Dass er sich am liebsten verstecken würde, statt von allen angeschaut zu werden, ist nachvollziehbar. Doch August ist für einen kleinen jungen sehr mutig und hat ein riesiges Herz.
Ich fand es total spannend zu verfolgen, wie sich sowohl August verändert, offener wird und Freundschaften schließt. Wie er mit Rückschlägen umgeht und vor allem auch wie sich sein Umfeld verändert, wenn sie ihn erst mal besser kennengelernt haben.
Interessant ist auch die Perspektive seiner Schwester, die August zwar liebt, sich aber ebenso manchmal nach einem normalen Leben sehnt, in dem sich nicht alles nur um ihren Bruder dreht.

So interessant die Handlung auch ist, ist der letzte Funke nicht übergesprungen. Es gab einige Kapitel und Schilderungen, bei denen man dachte, ohje, gleich passiert etwas. Doch der große Knall blieb aus und es plätschert weiter vor sich hin – ohne langweilig zu sein, aber eben auch ohne große Höhepunkte. Dafür gibt es etliche sehr berührende Momente und zum Ende hin auch noch eine Prise Dramatik.

Fazit
Das Buch vermittelt eine tolle Botschaft: Nicht wer wir sind, sondern was wir tun, ist entscheidend. Auggie ist ein sympathischer, freundlicher kleiner Junge, der mutig seinem Schicksal trotzt. Obwohl die Geschichte durchweg berührend ist, fehlen die Höhepunkte.

Und nun auf ins Kino!


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